Webdesign-Trends 2019

Das neue Jahr ist noch jung und bereits zeichnen sich klare Webdesign-Trends ab! Speed! Accessibility! Brutalism! Wir haben für euch die interessantesten herausgesucht.

Noch mehr Illustrationen

Schematische Darstellung einer API für smartive.ch, #madewithclus

Auch im neuen Jahr werden Illustrationen vermehrt Einzug halten und dem guten alten Hero-Image den Platz auf der Startseite streitig machen. Der Stil bleibt ähnlich bunt und mutig, entwickelt sich aber hoffentlich auch weiter und vielleicht auch mal weg vom zigfach wiedergekäuten Stil von Künstlern wie beispielsweise Gal Shir.

Isometrische Illustrationen

Sind und bleiben in: isometrische Illustrationen finden bereits seit Jahrzehnten Verwendung in Infografiken und kombinieren Ästhetik mit einer übersichtlichen Darstellung. Interaktiv oder animiert, kann der übersichtliche Stil selbst komplexe Zusammenhänge verständlich und attraktiv vermitteln.

«Schlechte» und echte Illustrationen

Illustration auf der Pricing-Site von Dropbox

Dropbox hat (als einer der Grösseren) angefangen, und Mailchimp hat den Trend salonfähig gemacht: die Rede ist von scheinbar schnell gescribbelten, einfachen Illustrationen zur Auflockerung und Durchbrechung von immer reduzierteren und zweckmässigeren Interface- und Webdesigns. Also weg von den sauberen Linien eines Grafikprogramms und hin zu ungleichmässigen, echten Bleistiftstrichen!

3D-Illustrationen

Animerte 3D-Illustration auf der Landingpage von Pitch

Wer sich als Grafikerin oder Designer bis jetzt noch nicht mit dreidimensionalem Design beschäftigt hat, sollte das langsam, aber sicher tun: nicht nur der Content und die Interfaces der Zukunft werden sich mit Virtual und Augmented Reality die zusätzliche Dimension zunutze machen, auch Illustrationen im 3D-Stil bieten eine erfrischende Abwechslung zu klassischen flachen Zeichnungen.

Accessibility/Inclusive Design

Kein Designtrend im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Mindset, welches mehr und mehr auch in den Köpfen von Kunden und Stakeholdern Anklang findet und nicht aus Kostengründen ignoriert wird: Inclusive Design. Darunter versteht man im Webdesign in erster Linie die Accessibility einer Website, aber auch weitere Punkte wie bspw. Genderneutralität in Texten oder die Berücksichtigung von Minderheiten in Illustrationen. Ausführliche Informationen zu Inclusive Design – für Designer und User – findet man hier auf w3.org und zehn gute Grundsätze hier.

Speed

Bereits 401 Millisekunden sind zu lange! Geschwindigkeit ist der erste Eindruck, der eine Website hinterlässt. Langsame Websites schaden nicht nur dem Image eines Unternehmens, sondern – bei eCommerce – auch dem Portemonnaie.

Auch 2019 wird Speed wieder ein grosses Thema sein. Bereits kleine Massnahmen können Ihre Website schneller machen.

Ambient Design

Seit ein paar Jahren bieten Apps vermehrt auch einen Nachtmodus an, der zum einen Strom spart und zum anderen in dunkler Umgebung die Augen schont. Mit dem Einzug vom systemweiten Night Mode in macOS Mojave bleibt dieses Jahr auch das Web (hoffentlich) nicht vom sogenannten Ambient Design verschont.

Die nächste Version von Apples Browser Safari erkennt sogar die persönliche Einstellung des Betriebssystem und kann entsprechend eine dunkle oder helle Version deiner Website laden.

Zu Ambient Design gehören aber nicht nur eine helle oder eine dunkle Benutzeroberfläche. Das Design oder der Content einer Website kann sich auch dem Standort, der Tageszeit oder dem aktuellen Wetter anpassen.

Animationen und Gamification (2D und 3D)

SVG-Animation für flugbus.ch, #madewithclus

Animationen, Interaktionen und Microinteractions bleiben ein beliebtes Mittel, um Content interessanter und/oder verständlicher zu machen und die Besucherin, den Besucher noch ein klein wenig länger auf der Website zu behalten.

SVG-Animationen

Schlank, schnell und gestochen scharf! Grafiken im SVG-Format, die mittels CSS animiert werden. Mit Programmen wie beispielsweise SVGator oder Keyshape sind sie auch ohne Code-Kenntnisse zu erstellen. Schöne Grafiken werden so mit nur wenigen Klicks noch interessanter.

WebGL und Co.

2019 werden wir vermehrt Echtzeit-3D im Browser antreffen. Inhalte für normale Devices, aber auch für VR-Brillen, erstellt mittels WebGL-Libraries wie three.js oder babylon.js. Sei es interaktiv und mit echtem Mehrwert bei der Inszenierung eines Produkts oder einfach nur als Eyecandy. Zwar mit viel Aufwand verbunden, dafür auch mit grossem Wow-Faktor!

Brutalism 2.0

Landingpage von toiletpapermagazine.org 🤷🏻‍♂️

Der kontroverse (Web-)Designtrend der letzten 2 bis 3 Jahre wird 2019 in gezähmter Form vollends Einzug in unsere Browser halten. Grafische Strobo-Explosionen, Grid-Überlappungen, komplett verzerrte Schriften und animierte GIFs wie Ende der 90er! Was kombiniert höchstens im Portfolio eines 19-jährigen Kunststudenten tolerierbar ist, bietet wohldosiert an der richtigen Stelle eine willkommene Abwechslung zu den immer gleichen Landingpages.

Traut euch! Aber bitte mit Mass, gell.